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Die St. Johanner Lesezeichen

Die "Lesezeichen" in ihrer heutigen Form sind das Produkt einer Entwicklung über Jahrzehnte. Ihre Geschichte ist eng mit der Person von Hans Witke, ihrem Initiator, verbunden.
1977 wurde in Sankt-Johann die Idee umgesetzt, einen Verein zur Förderung von Literatur, Kabarett und Musik zu gründen: Die Pongauer Kulturvereinigung "spectrum" wurde von Prof. Hans Witke, Lehrer in St Johann, initiiert. Bis 1985 konnte das "spectrum" mit Unterstützung vom Bundesministerium für Unterricht erfolgreich betrieben werden (400 Mitglieder).
Ende der 80er Jahre wurde die Literatur in ihrem Bezug zur Kunst zum Thema privater, von H. Witke organisierter Veranstaltungen in der Galerie Baur in Bischofshofen.
1991 wurden schließlich die "St. Johanner Lesezeichen" ins Leben gerufen. Die "Lesezeichen" sollen als Drehscheibe zwischen Literaturinteressierten und Autoren fungieren.
H. Witke betreibt sie mit Unterstützung der Gemeinde St Johann und des Landes Salzburg bis Ende 1999.

Lasen bei den "Lesezeichen" u.a.:
Gerhard Amanshauser (92), H.C. Artmann (96), Catarina Carsten (91), Peter Esterhazy (98), Bodo Hell (90/91), Barbara Frischmuth (91), Ludwig Harig (97), Franz Innerhofer (93), Gustav Janus (92/97/98), Sarah Kirsch (93), Michael Köhlmeier (95), Andreas Okopenko (91), Julian Schutting (90/92/97), Christian Wallner (99) u.v.m.

Die Veranstaltungen im Halbjahresrhythmus:
Lyrik International & Schweizer (1999)
Kriminalromane (1999)
Europa-unterwegs (1998)
Mitteleuropa (1998)
Erzählen? Erzählen! (1997)
Nachbarn - Slowenien (1997)
Labor und Labyrinth (1996)
Neue und visuelle Texte (1996)
Autoren des Haymon Verlages (1995)
Literatur Ränder (1995)
Lebensläufe literarisch (1993)
Heimat - Literatur (1992)
Österreichische Erzähler (1992)
Österreichische Avantgarde (1991)
Frau - Literatur (1991)

Die St. Johanner-Lesezeichen heute:
Die "Lesezeichen" spiegeln eine demokratische Auffassung der Kulturvermittlung im weitesten Sinne wider: unter dem Motto "Freier Zugang zu freiem Wort" ist der Eintritt zu jeder Veranstaltung der Lesezeichen frei.
Über die Lesung hinaus sollen die Veranstaltungen der "Lesezeichen" den direkten Kontakt mit zeitgenössischen Autoren in Form von Diskussionen ermöglichen.
Zur Literatur seit 1945: Die Begegnung mit zeitgenössischen Autoren aus dem deutschsprachigen Raum, aus Italien, Ost- und Südeuropa soll dem oft rigiden Verständnis von Literatur als elitärer, unzugänglicher Welt entgegenwirken.

Aus Mangel an geeigneten Räumlichkeiten für die etwa zwanzig Lesungen pro Jahr müssen die "Lesezeichen" seit 2000 bis auf weiteres pausieren.

Hans Witke zu: Kulturvermittler auf dem Lande
Hans Witke zu: Regionalkultur statt Provinzialismus

Kontakt:
Prof. Hans Witke
5600 St. Johann/Pg.
Sparkassenstraße 21

 

© Sylvie Mellot, 2001